Aus der Eröffnungsrede Dr. Jirí Necas

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns hier versammelt, um die Werke von Diana Becker und Oliver Wrobel zu bewundern, aber auch um ein bisschen darüber nachzudenken, was haben Kunst und Arbeit miteinander gemein.

Über die Hauptidee des Unternehmens sind wir jetzt schon von Herrn Röske unterrichtet worden. Diese Vermittlung der Kommunikation zwischen Menschen ist begrüßenswert. Für eine Künstlerin oder einen Künstler ist es immer sehr wichtig, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren und hier ist von Herrn Röske eine dazu passende Plattform gefunden worden.

Wie wir alle wissen, hat der liebe Gott unsere Vorfahren, Adam und seine Frau Eva aus Eden verbannt und als Sühne nach dem Vergehen die Arbeit angeordnet. Wenn wir aber bedenken, das Eden ungefähr da liegt, wo sich die Flüsse Eufrat und Tigris befinden, glaube ich nicht, dass jemand in dieser heutigen Situation schnell dahin zurückgehen möchte.

Man muss nicht unbedingt die Arbeit als Strafe Gottes bezeichnen. Manche tun es gerne und wie viele es gerne tun würden, kann uns auch Herr Röske bestätigen.

Die Arbeiten von Oliver Wrobel bringen uns in direkter Weise in das Thema Arbeit und ihre Teilung. Das was wir sehen sind Motive, die uns in die Wiege der Menschheit und der Kunst zurückversetzen. Genauer gesagt, in die Zeit des Paleolits. Anders auch als die Eiszeit bekannt, die 60.000 bis 10.000 vor Christi Geburt zu datieren ist.
Als solche Gemälde mit Tierdarstellungen am Ende des neunzehnten Jahrhunderts in den Höhlen des Grenzgebietes von Frankreich und Spanien entdeckt wurden, war man so überrascht und konnte sie so wenig in die damalige Anschauung der Kunstgeschichte einordnen, dass man sie kurzerhand für moderne Fälschungen erklärte.
Auch heute noch scheint den Höhlen, in welchen sich die Malereien und Felszeichnungen befinden, ein eigenartiger Zauber anzuhaften. In diesen Höhlen ist ein langer und beschwerlicher Weg durch niedere, dunkle und feuchte Gänge zurückzulegen, bis plötzlich der Raum sich weitet und man wie in einem Saal den bemalten Wänden gegenübersteht. Man vermutet, dass alles, was sich in dem Saal befand und vollzog, als ein kultisches Mysterium erlebt wurde.

Die Höhlenbilder der Steinzeit stellen fast ausschließlich Tiere dar, deren Bewegungen mit hoher künstlerischer Begabung ausgeführt sind. Diese Bilder dienten jedoch nicht nur als Schmuck, sondern hatten eine magische Funktion. Diese Bilder weisen auf einen Jagdzauber hin. Die rituelle Tötung des Bildes sollte das Erlegen des Jagdwildes vorwegnehmen. Was dem Bilde geschieht, geschieht nach Analogiedenken auch dem realen Tier.

Beim näheren Betrachten von Wrobels Bildern werden sie wahrnehmen, dass die Farbigkeit, die Linienführung und sogar die Haptizität der rauen Oberfläche der Leinwand sie an die Höhlenmalerei erinnert. Wrobel jedoch stellt seine Bilder auf der Wand auf und erspart uns den beschwerlichen Weg. Eine Steinzeitepoche der Malerei hat jedoch Wrobel ausgelassen.
Die nämlich, wo der Mensch sich mit der Tierverkleidung den animalen Wesen als der Herr der Tiere oder als Schamane nähert, um sie im Geiste in Besitz zu nehmen und zu töten.
Auf dem zentralen Bild dieser Ausstellung zeigt Wrobel einen Bison und in vier Himmelsrichtungen Menschen bei der Arbeit. Vom Inhalt her zeigt Wrobel zwar schon eine Situation, die zuerst in der Zeit des Neolits passieren konnte, nämlich die zweier Menschen beim Getreide sammeln, aber gemalt hat er sie noch in der paleolitischen Manier.
Das Bild zeigt uns die Arbeitsteilung, zeigt die Jäger und Sammler. Diese Teilung überdauerte bis in die heutige Zeit mit minimalen Abweichungen, zumindest denken viele Männer bis heute so.

Wichtig ist, dass nicht jeder alles kann und können muss und auf die Fähigkeiten der anderen angewiesen ist. Jeder hat mehrere Fähigkeiten und Facetten, die er umsetzen kann, jedoch nur, wenn sie erkannt wurden. So möchte auch Ronny Röske seine Kunden besser und näher kennen lernen. Diesem Wunsche nahe steht auch Wrobels Bild des Azteken, den Sie schon aus der Einladung gut kennen.
Das Bild zeigt den Krieger, den Gott, oder wie auch immer aus drei Seiten, so dass wir uns über die uns fremde Person ein besseres, kompletteres Bild machen können. Die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse sind auch in den Werken von Diana Becker zu spüren. Sie benutzt die Farbe und Fläche, um Impressionen zu schaffen. Ihre Bilder sind dann mehr auf die Emotionen des Betrachters gewandt. Die Themen bewegen sich zwischen einer Landschaft und einer abstrahierenden, aus der Landschaft gehenden Fläche. Die innere und äußere Landschaft verbinden sich dann zu einem Ganzen.

Näheres über die Stationen der Künstlerin und des Künstlers entnehmen Sie bitte der Einladungskarte.

Es ist noch wichtig zu erwähnen, dass Oliver Wrobel viele seiner Bilder zur Musik von Thomas Grube gemacht hat. Beide Künstler arbeiten seit vielen Jahren an gemeinsamen Konzepten, die Auge und Ohr vereinen.
Der Sonnentrommler, den wir während der Besichtigung der Ausstellung hören können, ist exklusiv zu dieser Ausstellung erstmalig in einem speziell angefertigten Ausstellungs-Mix zu hören. Ihre Fragen zu diesem Thema wird Ihnen Thomas Grube selber gerne beantworten.

Es bleibt noch die Frage, was haben Kunst und Arbeit miteinander gemein?

Tja, auch die Kunst ist eine Arbeit und oft eine sehr schwere dazu. Ein Künstler tut die Kunst, weil er nicht anders kann.
Nicht dass Sie denken, er ist ein Nichtskönner in anderen Gebieten. Nein, manche Künstler können kochen, Autofahren, einkaufen gehen und sind sogar in der Lage, die Birne in der kaputten Lampe auszutauschen. Nur dies alles ist ihnen nur lästig, weil sie sich lieber in der Kunst und mit der Kunst beschäftigen. Ohne wenn und aber und wenn sie Glück haben, gelingt es ihnen sogar während des Lebens etwas auch zu verkaufen. Über die restlichen Werke freuen sich dann später die Erben, aber auch nicht immer.

Kennen Sie einen normalen Menschen, der Jahre lang arbeitet, ohne dafür ordentlich bezahlt zu werden? Zeigen Sie mir einen Fliesenleger oder einen anderen, der in ihrem Hause etwas repariert hat. Wie werden sie wohl auf ihr Angebot reagieren: Zitat: Herr sowieso, wenn sie dann in der Zukunft bekannt sind, werde ich ihnen die Fliesen und auch ihre Arbeit bezahlen?

Sie sehen, dass ein Künstler oder eine Künstlerin, zu einer Spezies gehören, die zwar oft schwer zu arbeiten haben, aber da sie es freiwillig machen, nimmt sie keiner in Schutz und Obhut.

Ob es aber die anderen Menschen leichter haben, die auch arbeiten, aber öfter ihr Geld sehen, möchte ich nicht behaupten. Da heute zwischen uns Anhänger der beiden Sorten sind, lassen wir die Dispute unentschieden einfach so stehen.

Und weil fast alle die, die arbeiten, sich oft die Frage stellen: “Mein Gott, was hab ich wem getan, dass ich so schwer schuften muss?“ schlage ich vor, heute den Abend richtig zu genießen und sich zu freuen, dass wir uns hier dank Ronny Röske getroffen haben. Schönen Abend noch.

Dr. Jirí Necas
Mai 2003

Pressestimmen

Hier finden Sie einige Artikel aus verschiedenen Zeitungen, in denen �ber mich berichtet wurde. Die Beitr�ge sind absteigend sortiert, der oberste ist der aktuellste.

Malerei ist Kommunikation

Höhlenbilder und Sprachkunst im Luisenhof
Männer mit Speeren bewaffnet jagen Stiere, Büffel und andere wilde Tiere. Es ist altsteinzeitliche Geschichte, die der Künstler Oliver Wrobel in seinen Bildern zeigt. In warmen Erdtönen sind seine Kunstwerke der Cave-Art-Serie "Der Ursprung der Kreativität" seit Freitag, 26.August, im Luisenhof in der Innenstadt ausgestellt.
Stiftung Kinderzentrum Ruhrgebiet:

Benefiz-Kunstversteigerung "Farbe bekennen"

Bochum/Ruhrgebiet, 7. November 2004. "Ich bin überwältigt!" So kommentierte Stiftungsgeschäftsführerin Iris von der Lippe den Riesenerfolg der Benefiz-Kunstauktion "Farbe bekennen", zu der die Stiftung am Sonntag, 7. November, ins "Stanzwerk" eingeladen hatte.

Stiepeler Bote, Nr 101 August 2004

"Nachempfundene Höhlenmalerei ist eine Spezialität des jungen Künstlers, der vor kurzem sein Atelier in Stiepel eröffnet hat."

Dr. Jirí Necas, Mai 2003

Aus der Eröffnungsrede der Ausstellung "Kunst und Arbeit" in Bonn:
"Beim näheren Betrachten Wrobels Bilder werden Sie wahrnehmen, dass die Farbigkeit, die Linienführung und sogar die Haptizität der rauen Oberfläche der Leinwand Sie an die Höhlenmalerei erinnert."

www.subtexte.de, 2000

"Das Pferd ist eine Maschine ist ein Pferd. [...] Zum Teil wurden die Objekte im Rahmen von Performances auf offener Straße inmitten drängender Zuschauermassen gestaltet. Der Bonner Künstler und Airbrusher Oliver Wrobel hat seine Aufgabe natürlich mit der Spritzpistole erledigt und ein 'mechanisches Pferd' geschaffen."

Bonner Universitäts Nachrichten , Juni 2000

"Das fahrende Gehirn: Die Auftaktveranstaltungen zur "Dekade des menschlichen Gehirns" fanden mit einer Gala in der "Kunst- und Ausstellungshalle" ihren krönenden Abschluß [...] Gestaltet hatte das fahrende Gehirn der Bonner Airbrusher Oliver Wrobel."

Bildzeitung Bonn, 2000

"Atlantis taucht wieder auf. Vom Kult-Kino zur Disco: Das Atlantis in der Kesselgasse lebt wieder. [...] Das Besondere am Atlantis: Sämtliche Wände sind aufwändig vom Airbrush-Künstler Oliver Wrobel gestaltet."

General-Anzeiger Bonn, 04.01.1999

"Gestochen scharfe Bilder in Farbe oder auch in Schwarz-Weiß. [...] Gut besucht und gefragt sind die Kurse, die Wrobel in seinem Atelier, aber auch bei der Volkshochschule in Königswinter anbietet. [...] Seit 1996 hat Wrobel seine Kunst in regelmäßigen Abständen in Ausstellungen präsentiert."

Kölner Stadtanzeiger 16.09.1997

"Die ausgestellten Werke verbinden ausdrucksvolle Farben und eine plakative Linienführung."

Kölner Stadtanzeiger, 12.09.1997

"Airbrush von Oliver Wrobel im Kunst-Güter-Bahnhof [...] Das Publikum war total begeistert. [...] Was bei einem ersten Rundgang durch die Ausstellung auffällt, ist die enorme Plastizität der Bilder. [...] Dabei knüpft Wrobel an surreale Landschaften eines Ives Tanguy an."